update: 03.11.2008  

Unsere sehr persönliche Geschichte 
zum Frontier, Las Vegas:

 
  Wie wir ans Frontier kommen:  
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1993 nächtigen wir bei der Durchfahrt von Las Vegas im Hotel Circus-Circus. Zum selben Zeitpunkt steht das Luxor, jene beeindruckende Pyramide, kurz vor der Vollendung. Wir können quasi den letzten Baumaßnahmen zusehen und sehen der Sphinx noch ins nackte -weil unverhüllte- Gesicht. 

Für uns steht fest: Sollten wir tatsächlich nochmals nach Las Vegas kommen, wird dies unser Ziel sein.  

Zwei Jahre später sind wir tatsächlich wieder in LV. Ohne Reservierung gehen wir naiv ins Luxor und müssen leider feststellen, dass kein Zimmer mehr frei ist. Man gibt uns eine Liste mit alternativen Hotels und zufällig steht das Frontier oben auf der Liste.  

Anita erkundig sich telefonisch nach dem Preis und wir machen uns auf den Weg dorthin. Wir erhalten eine sog. „Deluxe Atrium Suite". Wir öffne die Tür und es tut sich für uns eine neue (Motel-)Welt auf: Großes Schlafzimmer, großes Wohnzimmer, großes Bad und große Badewanne. Herrlicher Ausblick über LV...kurz um: wir sind begeistert!

Gleichzeitig kommt aber die Frage auf: Stimmt das denn, $59 ? ? ?

Anita befürchtet, dass sie sich im Preis verhört hat und stattdessen vielleicht $590 verlangt werden.

Aber beim Auschecken hatten wir Gewissheit, dass der Preis korrekt ist.

Übrigens...in den darauffolgenden Jahren übernachte wir im Luxor (Enttäuschung) und im MGM-Grand, dem damals größten Hotel der Welt (noch größere Enttäuschung)

Die Zimmer sind kleiner als die Suite des Frontiers und genauso teuer (oder teurer). Außerdem ist das Frontier im Vergleich zu den anderen Strip-Hotels relativ klein und überschaubar. Ob Rezeption, Frühstücksraum oder Show-Raum, man findet das Ersehnte. Man gelangt von A nach B ohne von einer Invasion von Spielautomaten  erschlagen zu werden. 

Und der letzte aber wichtigste Grund, der für das Frontier spricht: Da Las Vegas stets unser letzter Aufenthaltspunkt ist, sind wir gezwungen, alles Gepäck im Auto am Ende des Urlaubes auszupacken, auf das Zimmer zu karren, dort umzupacken und wieder ins Auto zu befördern. Und hier ist es ausgesprochen angenehm, dass wir das Gepäck nur vom Auto bis zum Fahrstuhl (ca. 50m) und von dort wenige Meter direkt ins Zimmer fahren können.  

 
 

Das Schlafzimmer unseres Frontiers mit Blick auf den Strip von Las Vegas  
   

Wie wir uns ärgern 
(Ein fast unglaubliches Anekdötchen... ):  

 
 

Erstmalig beabsichtigten wir 2001 den Jahreswechsel im Südwesten der USA zu verbringen.  Wenn in dieser Kante gefeiert wird, dann vermutlich in Las Vegas und so steht unser Plan fest, den Jahreswechsel dort zu verbringen.

Als wir daraufhin unseren Entschluss in konkrete Planungen umzusetzen versuchen, stellen wir zu unserem Erstaunen fest, dass Las Vegas sich bemüht, in ein paar Jahren die bedeutendste Stadt der Silvester-Feier zu werden. Die Vorboten dieses Zieles schlagen sich in den Zimmerpreisen nieder. Nach langen Überlegungen entschieden wir uns wieder für das New Frontier, obwohl die Zimmerpreise schmerzen:

$275 pro Nacht, wobei man mindestens zwei Nächte buchen muss.

 Als wir das Frontier erreichen, können wir feststellen, dass an und in allen Ecken des Hotels geschrubbt  und gebohnert wi. Dem Anlass (und dem Preeis?) entsprechend wird der Laden "auf Vordermann" gebracht. Im Zimmer bemerkte ich, dass in der Küchenecke sogar erstmals zwei Flaschen Wasser bereit stehen. In Anbetracht der Preise find ich das eine nette Geste.

Anita nimmt eine dieser Flaschen, zuckt zusammen und fragt mich entrüstet:
"Weißt du eigentlich, dass das Wasser sogar etwas kostet? Und zwar nicht weniger als $3,50 pro Flasche!"
Wir haben keinen Durst mehr... 

P.S: Die Silvesternacht war aber dennoch sensationell:

 

 
 

Feuerwerk in der Silvesternacht 2001  
     
  Warum wir trotzdem immer wieder kommen:  
  Unsere Besuche in den darauffolgenden Jahren bieten manchmal Anlass zum Ärger. Irgend wann einmal gibt es auf den Zimmern keine Kaffeemaschinen mehr und die Preise steigen trotz mässigerer Leistung stark an. Die 800er-Telefonnummern, die üblicherweise in den USA kostenlos sind, werden mit 2$ berechnet. Man verlangt zusätzliche Stromkosten und für die Bereitstellung eines Telefons, selbst wenn man es nicht nutzen möchte, wird ebenfalls Geld verlangt.
Die Sauberkeit lässt langsam nach. Wir probieren mehrmals Alternativen aus....und landen dennoch immer wieder im Frontier.
Die Lage und die angenehme Überschaubarkeit sind ausreichend Grund genug für uns, immer wieder zu kommen.
 
     
  NACHRUF (November 2007)  
 

Das Frontier ist nun seit gestern endgültig Geschichte. 

Im November 2007 ist es in spektakuläre Weise gesprengt worden. (entsprechende Clips finden sich auf diversen Seiten im Internet) 

Das New Frontier Hotel schloss am 15. Juli 2007 nach 65 Jahren "on the strip" für immer seine Pforten um für einen gigantischen Komplex Platz zu machen.

Für über 5 Milliarden Dollar (!) entsteht hier bis 2010 ein luxuriöser Hotel-Komplex, der das Plaza-Hotel in New York wieder spiegelt. Wenige Wochen vor dem endgültigen Schluss wurde das Hotel für die Rekordsumme von über eine Milliarde Dollar verkauft.

So long, New Frontier! Auf deine Geschichte wird keine Rücksicht genommen.

Dass hier 1960 John F. Kennedy residierte, Siegfried und Roy in den frühen 80er Jahren 3500 mal ihre Show gezeigt haben und du das zweite Hotel auf dem Strip warst scheint unwichtig zu sein.

Auf solche Kleinigkeiten kann keine Rücksicht genommen werden, wenn es darum geht, neue und noch größere und noch teurere Hotels hoch zu ziehen.

Über ein Jahrzehnt haben wir regelmäßig in dir logiert.

Doch das interessiert erst recht niemanden, außer uns.

Hoffentlich sehen wir wenigstens dein weltberühmtes Eingangsschild noch irgend wann einmal auf dem Neonfriedhof!

So long !