update: 03.11.2008  

Das Ende von Las Vegas ? 

 
   
  Mal ein paar Gedanken...  
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Es wird allmählich dunkler. Wir parken das Auto im Parkhaus vom Caesars Palace und gehen ein Stück den Strip entlang.

Ich denke, dass wir mittlerweile gut zwei Dutzend Mal in Vegas waren und jedesmal entdecken wir wieder bauliche Veränderungen.
Mal sind plötzlich Gebäude oder gar ganze Komplexe verschwunden, 
mal wachsen an alter oder neuer Stelle Hotels, Casinos 
oder neuerdings oft Malls und Eigentumswohnungen aus dem Boden. 

Das Gesicht von Vegas verändert sich so rasant, dass wir oft Schwierigkeiten haben uns genau dran zu erinnern, wie es „damals“ war, ja sogar: wie es neulich noch aussah!

Alte Bilder und Stadtpläne sorgen für manches „Ach-ja-Erlebnis“.

Nachdem es (nach unserer Beobachtung und subjektivem Gefühl!) Ende der 90er / Anfang 2000 zu einer Beruhigung der Bebauung gekommen ist, boomt seit ca. 2004/2005 der Neubau. Alte, teilweise traditionsreiche Hotels werden innerhalb von Sekunden dem Boden gleich gemacht (siehe 2006 das „Stardust“ und 2007 "unser Frontier“) und neue Komplexe werden hochgezogen. Auch Grundstücke, die mindestens seit unserem ersten Besuch 1993 brach lagen, werden plötzlich für neue Projekte entdeckt. Und dabei heißt die Devise: Größer, teurer, höher. 

Zwischen dem Bellagio und dem Monte Carlo, auf einem Grundstück das  seit zig Jahren brach lag, entsteht das „City Center“, eine eigene Stadt in Vegas. 

Neben dem „Wynn“, vor ca. 2005 als das teuerste Hotel der Welt eröffnet, eröffnet kurz danach der zweite, spiegelbildliche Turm, das Encore.

Neben dem Planet Hollywood, das erst vor Kurzem in das noch recht neue Aladdin umgezogen ist, entstehen im Moment zwei über 50 Stockwerke hohe Türme.

Das Venezian vergößeret deutlich, der Parallelturm vom Caesars Palace ist gigantisch geworden und an jeder Ecke gibt es eine neue Baustelle.

Seit wir vor nunmehr 15 Jahren das erste Mal in Vegas waren, sind wir der Genialität, der Verrücktheit und des Größenwahns von Vegas erlegen und haben nur noch gestaunt. Wir waren begesiert über die Architektur und den Einfallsreichtum der Vegas-Ingeneure.

Doch jetzt haben wir zum ersten Mal bemerkt, dass es beginnt, uns baulich nicht mehr zu gefallen.

Der Strip war immer eine riesige Allee, die sich durch baulich völlig unterschiedliche und abwechslungsreiche Abschnitte schlängelte. Mal war es ein riesiger Hotelkomplex, danach kleine „Touris-Geschäfte, dann mal wieder eine vergessene Baulücke. 

Nunmehr reiht sich streckenweise ein gigantischer Bau an den nächsten und die abwechslungsreiche Shilouette des Strips verwandelt sich sukzessiv in eine Monotonie von Giganten.

Erinnern wir uns doch an die Mitte der 90er Jahre, als das Luxor mit seiner markanten Pyramidenform eine exquisite Rolle am südlichen Strip spielte. Wer sich diesen Abschnitt heute betrachtet wird zugeben müssen, dass das Luxor zwischen seinen mittlerweile in die Höhe geschnellten Nachbarn Bellagio und das Mandalay Bay schon unscheinbar wirkt.

Im Herbst 2008 sitzen wir im Harley-Davidcos-Cafe` und um 16.00Uhr bereits legt sich Schatten über uns. Der gegenüberliegende Neubau ist bereits schon so hoch gewachsen, dass sich die Sonne dahinter verbirgt.

Wir sehen dieser Entwicklung mit sehr viel Skepsis entgegen und fragen uns langsam, ob Las Vegas nicht beginnt, atmosphärisch zu sterben. Entwickelt es sich zum Ghetto einer Großstadt, die nichts mehr von dem Charme einer weitläufigen Mainstreet-Stadt mitten in der Wüste hat?

Ich habe Angst, dass sich das Ende "unseres Las Vegas" bereits am Horizont als Shilouette einer Großbaustelle abzeichnet.

Das aber nur so „By the side“