Unser erstes Mal „oben ohne"

Es war Sommer 1993. Wir waren das erste Mal im Südwesten. Und das erste Mal hatten wir als Mietwagen ein Cabrio. Ein traumhaftschönes Cabrio: einen weißen Ford-Mustang, 92er-Modell. Eins, das man auch hier fahren könnte ohne gleich in die Ecke der Unterwelt geschoben zu werden.  

Er war klein, ohne Kofferraum...aber schön.  

Aber eigentlich geht es um etwas ganz anderes:

An unserem ersten Tag bei der Fahrt durch den Joshua N.P. beschlossen wir, erstmalig „oben ohne" zu fahren und das Dach zu öffnen.

 

Die Verschlüsse zu öffnen war ja kein Problem, aber das Dach nach hinten zu öffnen erwies sich als schwierig.

Mit viel Kraft und Gewalt haben wir es aber geschafft, es zu öffnen. Die Prozedur des Schließens erwies sich nicht als leichter.

 

Anita knurrte schon ein wenig: „Und das machen wir jetzt drei Wochen lang???"

Als wir abends in den Gedanken versunken unterwegs waren, ging mir unser Vorfall noch einmal durch den Kopf.

Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass amerikanische Cabrios ein elektrisches Verdeck haben (davon hatte ich schon gehört). Wenn unser Auto nicht damit ausgestattet ist, wieso lässt es sich denn dann so schwer auf- und zumachen?

Mein Blick schweifte abermals über alle Armaturen, Knöpfe und Schalterchen. Und plötzlich wurden die Äuglein gaaaaanz groß: Direkt vor mir prangte der Schalter „TOP". Ich hielt -zum Schrecken von Anita- sofort an, begann die vorderen Verschlüss zu öffnen (Anita: „Willste schon wieder aufmachen?") und drückte „TOP".

Gleichwohl erstrahlte die Sonne auf unsere ebenso erstrahlten Gesichter als sich das Dach langsam wie von Geisterhand nach hinten öffnete.

Wir waren froh, dass wir den Schalter doch schon heute und nicht erst nach drei Wochen am Ende des Urlaubs entdeckten.