Deutsche unter sich...

 

Wir schreiben das Jahr 1992 und befinden uns in Florida in Seaworld.

Wir sitzen auf der Tribüne zu Shamu, das Stadion gefüllt mit Touris unterschiedlichster Nationalität.

Und da Florida anfängt für Deutsche „in" zu werden, ist die Chance, deutsche Touristen zu treffen, nicht all zu gering.

Neben uns sitzen zwei junge Deutsche. Wir -wie immer - inkognito.

Nachdem einer der beiden kurz weggeht um Getränke zu  holten kehrt er zurück und fragt uns -nachdem sich mittlerweile die Sitzordnung durch den Andrang etwas verändert hat- in einwandfreiem deutschen Touristen-Englisch:

"Excause me, can I sit here?" (Man merkt seine linguistische Unsicherheit.

Wir entgegnen -immer noch inkognito: „Oh, sure!".

Nach wenigen Minuten äußere ich Anita gegenüber voller Begeisterung für die Wale: „Die sind ja wirklich gigantisch."

Im Augenwinkel sehe ich (und das muss ich jetzt in Zeitlupe berichten):

Der Touri, der uns kurz vorher im gebrochen Englisch angesprochen hat, dreht den Kopf in meine Richtung, dreht ihn wieder nach vorne, registriert offensichtlich „Das war ja deutsch", sieht mich nochmals an und wendet sich sofort zu seinem Kumpel mit der Schlussfolgerung

„Oh Mann, das sind ja Deutsche..."

Daraus folgern wir:

1.) Nicht jeder, der nicht deutsch spricht, ist auch Nichtdeutscher!

2.) Wenn du in Amerika bist, musst du nicht englisch sprechen, wenn du einen Deutschen ansprechen willst.

3.) Wenn du kein ordentliches Englisch kannst, bleib gefälligst auf deinem Platz sitzen.