Unsere dritte Tour

 mit den Bikes zur Mosel

Koblenz - Burg Eltz - Koblenz

 

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Unsere zweite Mosel-Bike-Tour noch etwas in den Knochen entschließen wir uns, noch einmal unsere Tour vom vergangenen Wochenende in leichter Abwandlung anzugehen.

 

 

 

Und so plan(t)en wir:

Koblenz - die linke Moselseite bis nach Hatzenport - durch das Schrumpftal nach Münstermaifeld - an der Burg Eltz vorbei runter zur Moselstraße nach Moselkern - an der Mosel entlang weiter nach Treis Karden - mit dem Schiff zurück bis nach Moselweiß

 

29.Juli 2005:

Gegen 15Uhr betreten wir den Kölner Hauptbahnhof. Da wir diesmal mit einem Regional-Express fahren werden, sind wir nicht auf einen bestimmten Zug festgelegt, weshalb wir den "nächst besten " Zug nach Koblenz nehmen können. Und siehe da: Wir erklimmen mit unseren Fahrrädern via Aufzug das Bahngleis und eine Regional-Bahn wartet förmlich darauf, dass wir sie besteigen.

Ohne Reservierung finden wir dennoch einen Platz für unsere Bikes und fahren alsbald los. Die Bahn hält fast an jeder Kuh und so benötigen wir gut 1,5h bis wir sie in Koblenz wieder verlassen können.  Nachdem wir in Köln aufgrund des wartenden Zugs keinen kleinen Imbiss mehr zu uns nehmen konnten, hängt uns der Magen fast auf den Knien und so kehren wir kurz beim Mc.Donald`s im Koblenzer Hauptbahnhof ein.

Nach der kurzen Rast fahren wir durch die Koblenzer Innenstadt Richtung Hotel. Unser GPS-Gerät hat die gefahrene Route von der letzten Woche noch gespeichert, so dass wir exakt der Linie auf dem Gerät folgen können. Beim Saturn stoppen wir kurz: Leider habe ich für meine Exilim-Kamera die Ersatz-Speicherkarte vergessen und damit ich ab auch genügend Bilder dieser Tour  ins Netz stellen kann, erwerbe ich kurz eine weitere Speicherkarte. Mir fällt auf, dass die Geschäfte von Saturn in einer Hinsicht eine gleiche Linie fahren: Die Preisauszeichnung ist katastrophal, in Koblenz genauso wie in Köln.

Mit 256 MB Speicher in der Tasche erreichen wir unser Contel-Hotel. Herr Schäfer, der Portier, erkennt uns sogleich wieder und drückt uns sofort den Schlüssel des Gepäckraums in die Hand. Ein kurzes Einchecken und schon beziehen wir die Zimmer. Ernüchternd:  Statt eines Doppelzimmers haben wir ein Zweibett-Zimmer. Ein kurzer Anruf bei Herrn Schäfer, dem Portier und schon hat Herr Schäfer eine Lösung: Wir tauschen das Zimmer und sind rundum zufrieden. Nach dem erneuten Zimmerbeziehen machen wir es uns im herrlichen Biergarten bequem. Wir runden den Abend mit einem schönen Drink an der Bar ab.

30. Juli 2005

Früh rasseln unsere Handys in gewohnter Weise. Nach der üblichen Morgentoilette gehen wir runter zum Frühstück. Das ist neu für uns, hatten wir doch letzte Woche nur die Übernachtung ohne Frühstück gebucht. Während sich die Masse der Gäste während des Tages gut über Hotel und Anlagen verteilt, ist der Frühstücksbereich doch recht voll.

Nach dem Frühstücksbuffet holen wir unsere Bikes aus ihrem "Zimmer" und schwingen uns auf. Die ersten knapp 20km des Weges sind identisch mit unserer Tour in der vergangenen Woche:

1.) Von Koblenz zunächst an der rechten Moselseite bis Moselweiß

2.) dort Überquerung der Gülser Brücke Richtung Güls auf die linke Moselseite

(dort begegnen uns zwei nett gekleidete Mädels, die mir auch Nachfrage hin erklären, dass sie zum   "Animagic - Europas größten Anime- und Mang-Fantreffen" gehen)

3.) Weiterfahrt in südliche Richtung zwischen Weinbergen und Bahntrasse durch Winningen

4.) Unter der Autobahnbrücke weiter vorbei an Kobern und Gondorf

5.) Hinter Lehmen wechseln wir die Bahnseite und radeln weiter auf der Moselstraße.

(Diesmal haben wir den richtigen Weg erwischt und müssen unsere Räder nicht wieder zwei Kilometer schieben)

6.) An Kattenes vorbei erreichen wir nach etwa 25km Hatzenport, wo wir nun rechts in das Schrumpftal einbiegen und somit das Moseltal verlassen.

Das Schrumpftal zeigt sich von seiner schönen und schwierigen Seite. Die ersten Hügel überstehen wir mit etwas Anstrengung. Doch diese leichte Anstrengung vergeht recht schnell und geht sofort über in besonders große Anstrengungen. Während Anita und ich höllisch aufpassen, dass unsere heraushängenden Zungen beim Bergaufstieg sich nicht in die Speichen unserer Vorderräder verheddern, überholen uns locker und leicht drei Radler auf ihren Rennrädern. Statt zu schnaufen wie wir unterhalten sie sich locker.

Synchron zu unserem Herzschlag drehen sich unsere Beine, da wir die Gänge mit der kleinsten Übersetzung wählen. Im Schrumpftal laden uns die vielen ehemaligen Mühlen mit ihren netten Namen wie "Bleser-Mühle", "Aldorfmühle", "Probstmühle", "Lohmühle", "Nachtsheimsmühle" und all die anderen ungenannten Mühlen ein, fotografiert zu werden. Jeder Foto-Schnappschuss ist auch ein Luft-Schnappen für uns.

Ab der "Steinsmühle" verführt uns der ausgeschilderte Radweg, das Schrumpftal zu verlassen, und so erreichen wir nach einem weiteren starken Anstieg parallel zum Schrumpftal Münstermaifeld.

Schrumpftal wie auch Münstermaifeld haben wir sicherlich schon zig mal besucht, doch jeweils statt auf dem Fahrradsattel im bequemen Autositz.

Doch jetzt merken wir an den Oberschenkeln, was wir vorher noch gar nicht  wussten: Münstermaifeld liegt deutlich höher als das Moseltal.

Während uns eine Skulptur in Münstermaifeld willkommen heißt, verlassen wir es nach einer kurzen Durchfahrt und machen uns downhill auf den Weg Richtung Eltz. 

An Wierschem vorbei sausen wir mit 42km/h talabwärts auf den Parkplatz der Burg Eltz. (42km/h, das fährt man bei der Tour de France in der Ebene!!!)

Laut Radwanderführer sollte man aufgrund des starken Gefälles das Rad vom Parkplatz aus runter zur Burg Eltz schieben. Wir rollen langsam den Weg hinab, wobei sich unsere Hände  krampfhaft in die Bremshebel krallen. Jetzt nur keinen Riss des Bremszuges!!!

Wir erreichen die "Eltze", wie sie hier genannt wird. Nach einem kurzen Stopp im Gift-Shop tragen wir unsere Bikes insgesamt 50 Stufen hinab, überqueren eine schmale Brücke und schieben die Räder durch den Wald, bis wir nach einiger Zeit zu dem Restaurant stoßen, das wir letzte Woche von der anderen Seite aus angefahren sind.

Unser Mittagessen fällt im wahrsten Sinne des Wortes in doppelter Hinsicht ins Wasser: Zunächst beginnt es recht stark an zu regnen. Da wir unter einem Vordach sitzen, behalten wir die notwendige Ruhe und angemessene Trockenheit. Draußen stehen nur mehrere historische Opel GT, die sich zu einem gemeinsamen Ausflug zusammen geschlossen haben.

Außerdem vergeht uns aufgrund der Höflichkeit der Bedienung der Appetit: Mein Wunsch, die Karte einsehen zu dürfen, wird ignoriert, der Umgangston ist ein wenig schnippisch und so ringe ich mich doch durch, erstmalig keinen Cent Trinkgeld zu geben.

Lediglich 1 Milliarde Fliegen fühlen sich hier wohl wohl.

Wir verlassen alsbald diesen Ort der Freude und Glückseeligkeit und radeln 2km weiter zum Mosel-Ufer nach Moselkern.

Eigentlich wollten wir von hier aus per Schiff zurück nach Koblenz. Da wir aber noch gut in der Zeit liegen und das Schiff erst in etwa einer Stunde hier anlegen wird, fahren wir ihm noch etwa 5,5km Richtung Süden entgegen, um in Treis-Karden die Moselseite zu wechseln.

Während wir noch etwa zwanzig Minuten auf die Ankunft des Schiffs warten, öffnen sich die Schleusen im Himmel. Plötzlich regnet es in Strömen. Wir können uns kaum schnell genug präparieren. Klitschnass betreten wir die "Jeverland", einen schnittigen Ausflugsdampfer der "Köln-Düsseldorfer". Während wir unsere Räder auf dem Bug des Schiffs verstauen und bezahlen, schließen sich die Wassertore im Himmel und der Regen hört genauso schnell auf, wie er vor 20 Minuten begann.

Der Himmel reißt plötzlich auf und wir können sogar auf dem Oberdeck Stellung beziehen. 

Die Schleusenfahrt fordert ihren Zoll: Die Fahrt verzögert sich, so dass wir voraussichtlich gut eine Stunde später in Koblenz ankommen werden, als erwartet.

Von daher verlassen wir das Schiff eine Station früher als geplant gegen 20.00Uhr in Moselweiß und radeln das letzte Stückchen Richtung Hotel. Begleitet vom parallel fahrenden Schiff und einem erneuten Platzregen.

Wir begossene Pudel betreten wir das Foyer des Hotels. Herr Schäfer, unser Portier, drückt uns ebenso schmunzelnd wie wortlos den Schlüssel des Gepäckraums in die Hand. Gleichzeitig weist er uns darauf hin, die Sauna, auf die wir ihn am Vortag angesprochen haben, bereits angeschaltet zu haben.

Nachdem Fahrräder verstaut und Klamotten ausgezogen sind, verziehen wir uns für knapp zwei Stunden in die großzügig gehaltene und stilvoll eingerichtete Sauna.

Nach ausgiebigem Schwitzen gleichen wir unseren Flüssigkeitsdefizit an der Bar wieder aus und beenden den Abend gemütlich.

 

31.07.2005:

Wieder wecken uns die Handys und wieder frühstücken wir am Buffett. Kurz darauf räumen wir das Zimmer und radeln bei herrlichem Wetter in Richtung "Deutsches Eck". In unmittelbarer Nähe findet das "2. Koblenzer Drachenboot-Rennen" statt, dem wir genüsslich zusehen, bevor wir dann wieder in Richtung Hauptbahnhof fahren.

Wieder erwartetet uns bereits der Zug auf dem Bahnsteig. Während Anita noch schnell Proviant für die Rückfahrt am Automaten zieht, verstaue ich Gepäck und Räder im Zug.

Und während der Zug langsam anfährt schmieden wir bereits Pläne für unsere nächste Tour in einigen Tagen.

Welche?

Einfach in ein paar Tagen mal wieder rein schauen !

Geradelte Kilometer:

29.07.2005:   4 km

30.07.2005:  60 km

31.07.2005:  6 km